Blog / Simulation / Die Berechnung des Besucherandrangs

Die Berechnung des Besucherandrangs

listThemenübersicht

Ein hoher Besucherandrang ist oberstes Ziel für jeden Freizeitpark-Manager und wichtige Grundlage für Gewinn und Investitionskraft des Unternehmens. Doch wovon genau hängt der Besucherzuspruch im Freizeitpark-Planspiel ab? Wir beleuchten das Kernmodell der Simulation.

Lohnt sich die Fahrt zu deinem Park?

Ob ein Ausflug in deinen Park überhaupt interessant ist, entscheiden die potentiellen Gäste anhand der summierten Attraktionspunkte. Entscheidend ist aber nicht deren absolute Höhe, sondern das Verhältnis von Punktzahl und Wohnort-Entfernung zum Park. Dein Park hat eine bestimmte Position auf der virtuellen Karte, die potentiellen Kunden verteilen sich auf zahlreiche Städte in unterschiedlicher Distanz.

Wohnt man in überschaubarer Reichweite, besucht man auch mal einen kleinen Park, der kein besonders großes Angebot aufweist. Zu einer mehrere Hundert Kilometer weiten Anreise lassen sich die Gäste aber nur hinreißen, wenn ihnen etwas Außergewöhnliches geboten wird. Die Auffassung des Menschen darüber, "was sich lohnt" ist immer unterschiedlich, und so gibt es auch für die Relation von Entfernung und Attraktionspunkten keine harte Grenze. Die Übergänge innerhalb des maximalen Einzugsradius sind fließend, je weiter eine Stadt vom Park entfernt ist, desto geringer wird der Anteil interessierter Gäste. Wenn du deine Attraktionspunkte durch Neuheiten erhöhst, steigen die Anteile in den einzelnen Städten. Gleichzeitig erweitert sich das Einzugsgebiet deines Parks. Der Mehrwert an zusätzlichen Attraktionspunkten nimmt jedoch ab einer gewissen Größe zunehmend ab, da die Gäste ohnehin nicht mehr das komplette Angebot während eines Tages nutzen können.

Sind deine Preise angemessen?

Wesentlichen Einfluss auf den Besucherzuspruch hat der Eintrittspreis, genauer gesagt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Natürlich sind Besucher bei einem großen Park mit spektakulären Attraktionen bereits, deutlich mehr für das Ticket auszugeben als bei einem kleinen Park mit einfachen Fahrgeschäften. Allerdings betrachten die Kunden für einen Park mit der doppelten Anzahl an Attraktionspunkten nicht auch den doppelte Preis als gerechtfertigt, sondern akzeptieren nur einen unterproportionalen Aufpreis. Bei sehr hohen absoluten Preisen tritt die relativierende Anzahl der Attraktionspunkte zunehmend in den Hintergrund, weil das Preisniveau an sich unabhängig von der Gegenleistung als abschreckend wahrgenommen wird.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es keine harte Grenze, bei der die Besucherzahlen plötzlich abbrechen. Auch beim Preisempfinden unterscheiden sich die potentiellen Gäste, manche haben eine höhere Zahlungsbereitschaft, andere sind geizig oder können sich gewisse Preislagen nicht leisten. Das Modell im Freizeitpark-Planspiel errechnet aus dem Preis-Leistungs-Verhältnis einen direkten Einflussfaktor auf den Besucherandrang mit dem Verlauf einer Kurve. Dieser Preis-Leistungs-Faktor ist unabhängig von der Entfernung der potentiellen Besucher zum Park. Auch das Image spielt hierfür keine Rolle.

Um ein Gefühl für die Auswirkungen von Preisänderungen zu bekommen, bietet sich der "Hochsommer-Test" an: In den Monaten Juli und August ist der saisonale Besucherandrang identisch. Wenn du zwischen beiden Monaten deine Eintrittspreise veränderst, kannst du die Differenz der Besucheranzahl größtenteils auf den Preisunterschied zurückführen.

Unabhängig vom Eintrittspreis und vom Attraktionsangebot hat auch die Parkplatzgebühr einen Einfluss auf den Besucherandrang. Wird der Preis über ein bestimmtes Niveau angehoben, betrachten die Besucher dies als Abzocke und meiden zu einem gewissen Anteil deinen Park. Umgekehrt steigt jedoch der Besucherandrang nicht aufgrund günstiger oder kostenloser Parkplätze!

Image als Besuchermagnet

Keinesfalls außer Acht lassen solltest du das Image deines Parks. Es hat unmittelbaren Einfluss auf den Besucherzuspruch. Es erhöht nicht nur das Besucherinteresse im Bestandsmarkt, sondern vergrößert auch dein Einzugsgebiet. Für einen Park, über den man nur Gutes hört, fährt man gerne auch weitere Strecken. Der Haken an der Sache: Das Image entsteht erst im Laufe der Jahre aufgrund der zurückliegenden Zufriedenheitswerte. Investitionen in eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit zahlen sich daher erst mit deutlicher Verzögerung aus, dein Unternehmen muss also in Vorleistung gehen. Dennoch: Langfristig ist eine hohe Zufriedenheit deiner Gäste ein wesentlicher Erfolgsfaktor.